Dendrologisches Glossar

A

Abundanz – Häufigkeit in Bezug auf eine Raumeinheit.

Abwägung, naturschutzrechtliche – Prüfschritt beim Vollzug der Eingriffsregelung, der für alle nicht vermeidbaren und nicht ausgleichbaren Beeinträchtigungen eines Vorhabens durchzuführen ist. Die abwägende Behörde hat zu prüfen, ob die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege gegenüber den sonstigen Anforderungen der Allgemeinheit an Natur und Landschaft vorgehen oder nicht. Wird ein Vorrang des Naturschutzes verneint, müssen in der Folge Ersatzmaßnahmen getätigt werden.

allochthon (nichtautochthon, fremdbürtig, ortsfremd, nicht bodenständig) – Vorkommen bzw. Populationen einer einheimischen Art sind allochthon, wenn die Bestände von anderen Wuchsorten oder -gebieten stammen, von denen sie erst mit (direkter oder indirekter) menschlicher Hilfe an den gegenwärtigen Standort gelangten. Vorkommen gebietsfremder Arten sind stets allochthon.

Alluvionen – (Geologisch junge) Anschwemmungsprodukte bzw. Ablagerungen.

alpin – Höhenstufe im Hochgebirge oberhalb der Baum- und Gebüschgrenze bzw. die dort vorkommende Flora und Vegetation (Matten, Zwergstrauchheiden, Schotter- und Felsfluren); → subalpin der Übergangsbereich zum Wald.

alpisch – Vorkommen in den Alpen (Hochgebirge bis 4807 m); nicht mit alpin zu verwechseln!

Altersklassen – 20-jährige Zeitabschnitte, denen Waldbestände nach ihrem Alter zugeordnet werden; sie werden mit römischen Ziffern bezeichnet: I =1-20 Jahre, II = 21-40 Jahre, III = 41-60 Jahre usw.

Altersklassenwirtschaft – Bewirtschaftung des Walds durch Einteilung in Flächen, die jeweils vollständig geerntet und dann wieder bepflanzt werden, so dass alle Bäume auf einer Fläche immer gleichaltrig sind.

Anemochorie – Ausbreitung von Samen, Früchten und anderen Verbreitungseinheiten durch den Wind.

Anflug (Naturverjüngung) – Natürliche Aussaat von Bäumen mit flugfähigen Samen (Birke, Erle, Pappel, Kiefer, Fichte u. a.).

anthropogen – Vom Menschen geschaffen oder unter seinem Einfluss entstanden oder verändert.

Arboretum – Sammlung von frei wachsenden, einheimischen und exotischen Holzgewächsen. Datenbank Arboreten in Deutschland: arboreten.de

Archäophyt – Pflanzenart, die vor 1492 durch den Menschen beabsichtigt oder unbeabsichtigt in ein Gebiet außerhalb ihres natürlichen Areals eingebracht wurde und sich dort etabliert hat.

Areal – Siedlungsgebiet, Verbreitungsgebiet einer systematischen Einheit (Sippe), z. B. einer Familie, Gattung, Art oder Unterart.

Arillus – Samenmantel, meist fleischige Hülle, die den Samen ganz oder teilweise umhüllt. Beispiele: Taxus, Evonymus.

arktisch – Kalte Zone nördlich der polaren Waldgrenze (Tundrenzone) bzw. die dort vorkommende Flora und Vegetation (baumfreie Tundra); subarktisch, wenn im Übergangsbereich (Waldtundra) zu → borealen Wäldern.

arktoalpin (arktisch-alpin) – Disjunkte Verbreitung von Pflanzensippen in der (sub)arktischen und davon entfernt in der alpinen Stufe der Hochgebirge südlicherer Breiten (z. B. Alpen, Karpaten, Kaukasus).

Artenreichtum – Anzahl der Arten auf einer definierten Bezugsfläche.

Äste – Oberirdische, die Gehölzgestalt und bei Bäumen die Baumkrone formende Organe, die das tragende Gerüst der Assimilationsorgane (Blätter) bilden. Sie können (z. B. für die Baumpflege) nach ihrer Stärke klassifiziert werden: Feinstäste und Zweige (Durchmesser < 1 cm), Feinäste (Durchmesser 1–3 cm), Schwachäste (Durchmesser 3–5 cm), Grobäste (Durchmesser 5–10 cm), Starkäste (Durchmesser > 10 cm).

atlantisch – Vorkommen in den niederschlagsreichen und wintermilden Gebieten Westeuropas oder des östlichen und nordöstlichen Nordamerika.

Aue – Von Überflutungen und wechselnden Wasserständen geprägte Bereiche entlang von Fließgewässern.

Auenwald – Wald entlang von Fließgewässern, der zeitweise (periodisch oder episodisch) überflutet wird. Im regelmäßigen Überschwemmungsbereich von Bächen und Flüssen Weiden-Ufergehölze und Eschen-Erlen-Bach- und -Niederungswälder; an größeren Flüssen und Strömen flussnahe, häufig und länger andauernd überflutete Weichholzause (Weiden, Pappeln) sowie fernere und kürzer überflutete Hartholzaue (Stiel-Eiche, Esche, Ulmen).

Aufschlag (Naturverjüngung) – Natürliche Aussaat von Bäumen aus abgefallenen, schwerfrüchtigen Samen (z. B. Eiche und Buche).

Ausgleichsmaßnahme – Maßnahme im Sinne des § 15 BNatSchG, um die durch einen Eingriff verursachten Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft gleichartig zu kompensieren. Eine Ausgleichsmaßnahme muss sowohl einen engen räumlichen und zeitlichen als auch funktionalen Bezug zum Eingriff vorweisen.

Auslichten – Entfernen zu dicht stehender Äste und Zweige.

austral – (Warm)gemäßigte Zone der Südhalbkugel (zwischen subtropischer und antarktischer Zone) bzw. die dort vorkommende Flora und Vegetation.

autochthon (bodenständig, ortseigen) – Vorkommen bzw. (Teile von) Populationen einer Art, die an ihrem Wuchsort bzw. in dem betreffenden Wuchsgebiet entstanden sind oder nach weit zurückliegender natürlicher, also in der nacheiszeitlichen Vegetationsentwicklung ohne direkte Einwirkung des Menschen erfolgter, Einwanderung hier beständig existieren. Autochthon sind auch Bestände, deren vorangegangene Generationen aus solchen Population hervorgegangen sind.

azidophytisch („azidophil“) – Saure Standorte besiedelnd; Arten bzw. Gesellschaften, die (fast) ausschließlich auf sauren Böden vorkommen.

B

balkanisch – Vorkommen auf der Balkanhalbinsel, besonders in den Gebirgsgebieten im Zentral- und Ostteil der Balkanhalbinsel.

baltisch – Vorkommen in den küstennahen Gebieten der Ostsee, speziell im Gebiet der Staaten Estland, Litauen und Lettland.

basiphytisch („basiphil“) – Basische Standorte besiedelnd; Arten bzw. Gesellschaften, die bevorzugt auf basischen Böden vorkommen.

Bastardierung → Hybridisierung

Baumkrone – Oberirdischer Organverband des Baumes aus Stamm bzw. Stämmen, Stämmling(en), Ästen, Zweigen und den Assimilationsorganen (Blätter) bzw. im Winter den Knospen.

Bestand – Einheit von Bäumen, die sich von den benachbarten Waldflächen unterscheidet. Die Fläche muss so groß sein, dass der Teil des Walds eine eigene Dynamik und ein spezifisches Binnenklima entwickeln kann.

Bestand (Waldbestand) – Kollektiv von Bäumen, die ähnliche Merkmale (Alter, Struktur, Aufbau, Baumartenzusammensetzung) aufweisen, eine zusammenhängende Mindestfläche bestocken und ähnliche Behandlung erfordern. Der Bestand ist eine waldbauliche Behandlungs- und die kleinste Planungseinheit.

BHD → Brusthöhendurchmesser

Biodiversität – Vielfalt von Ökosystemen, Lebensgemeinschaften, Arten und genetischer Varianz innerhalb einer Art. Nach der Biodiversitäts-Konvention der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung 1992 (Rio de Janeiro; → CBN) „die Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher Herkunft, darunter unter andrem Land-, Meeres- und sonstige aquatische Ökosysteme und die ökologischen Komplexe, zu denen diese gehören; dies umfasst die Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der Ökosysteme.“

Bioindikator – Art, aus deren Vorkommen und Vitalität, unter besonderen Bedingungen auch deren Fehlen, Rückschlüsse auf bestimmte Standorteigenschaften möglich sind, z. B. Bodenreaktion, Salzgehalt, Feuchtigkeit, Licht, Wärme, Wasser- oder Luftverschmutzung. Besondere Bedeutung besitzen die Bioindikatoren für die Bewertung von Umweltbelastungen.

Biosphärenreservat – „UNESCO-Biosphärenreservate sind international repräsentative Modellregionen. Sie verwirklichen nachhaltige Entwicklung und erhalten Lebensräume. UNESCO-Biosphärenreservate werben für den Ausgleich der Interessen von Umweltschutz und Wirtschaft, für ein Zusammenleben von Mensch und Natur.“ (Definition der UNESCO) – Informationsquellen: www.bfn.de/themen/gebietsschutz-grossschutzgebiete/biosphaerenreservate.html; www.nationale-naturlandschaften.de/gebiete/kategorie/biosphaerenreservate/; www.unesco.de/wissenschaft/biosphaerenreservate/biosphaerenreservate-uebersicht.html.

Biotop – Lebensraum einer Biozönose (Lebensgemeinschaft) von einheitlicher, gegenüber seiner Umgebung mehr oder weniger scharf abgrenzbarer Beschaffenheit. Abgrenzbare Biotope sind z. B. Hochmoore, Salzwiesen, aber auch Erlen-Eschen-Bachwälder als Waldbiotope.

Biotopkartierung – Erfassung und Beschreibung sowie kartenmäßige Darstellung von Biotop(typ)en.

Bodenform – Böden mit gleichen oder ähnlichen, für die Vegetation und Bewirtschaftung stabilen Merkmalen hinsichtlich Substraten und deren Schichtung.

bodenvag – Keine bestimmten Ansprüche an den Boden stellend.

Bonität – Die Bonität oder Ertragsklasse ist der Maßstab für die sich aus einem bestimmten Alter und der Baumhöhe ergebende Wuchsleistung einer Baumart.

boreal – Nördliche oder kaltgemäßigte Zone der Nordhalbkugel (Nadelwald- oder Taigazone) bzw. die dort vorkommende Flora und Vegetation (boreale Wälder oder Taiga).

Braktee – 1. Deckblatt bzw. Tragblatt einer Blüte, 2. (oft gefärbtes) Hochblatt im Blüten(stands)bereich

Bruchwald – Wald, der auf ständig nassem, organischem Oberboden (Bruchwaldtorf) unterschiedlicher Mächtigkeit stockt und einen über das Jahr wenig schwankenden Grundwasserstand nahe der Oberfläche aufweist.

Brusthöhendurchmesser (BHD) – Durchmesser eines Baumstamms in einer Höhe von 130 cm.

Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV): Verordnung zum Schutz wild lebender Tier- und Pflanzenarten (www.gesetze-im-internet.de/bartschv_2005/BJNR025810005.html).

Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) – Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/BJNR254210009.html).

C

CBD (Convention on Biological Diversity) – Übereinkommen über Biologische Vielfalt, Biodiversitäts-Konvention. – Informationsquellen: a) Volltext: www.cbd.int/convention/text/; b) zur Umsetzung beschlossene Protokolle: Cartagena (Biosicherheit) bch.cbd.int/protocol/text/ und Nagoya (Zugang zu genetischen Ressourcen und Vorteilsausgleich) www.cbd.int/abs/text/default.shtml.

Chamaephyten – Krautige und holzige Pflanzen, deren Erneuerungsknospen nahe der Bodenoberfläche liegen, u. a. Spaliersträucher, Halbsträucher, Polsterpflanzen.

Chaparral – Hartlaubgebüsche der Winterregengebiete an der Westküste Nordamerikas (ähnlich Macchie in Südeuropa).

CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) – Washingtoner Artenschutzabkommen; Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen; schützt bestimmte Arten vor übermäßiger Ausbeutung durch den internationalen Handel und regelt den Export und Import von Arten, die weltweit (Anhänge I und II) oder national (Anhang III) als besonders geschützt eingestuft werden. –Informationsquellen: a) Volltext der Konvention: www.cites.org/eng/disc/text.php; b) Anhänge: www.cites.org/eng/app/appendices.php

Cultivar – Sorte

D

Deckungsgrad – Summe der von Pflanzen überschirmten Fläche im Verhältnis zur Gesamtfläche, in Wäldern möglichst nach Moos-, Kraut-, Strauch- und Baumschichten differenziert; Angabe in %.

Dendrochronologie – Methode der Altersbestimmung von Bäumen anhand der Jahresringe sowie der Wuchsbedingungen während des Baumlebens aufgrund der Jahresringbreiten.

Deposition – Ablagerung von Stoffen, i. e. S. von Schadstoffen, auf Oberflächen. Man unterscheidet zwischen nasser und trockener Deposition. Erstere erfolgt über Regen, Nebel, Schnee usw., letztere über Transport von Luftverunreinigungen auf Oberflächen (Stäube).

Derbholz – Holz mit einem Durchmesser > 7 cm mit Rinde.

Devastierung – Tiefgreifende, manchmal irreversible Störung von Lebensgemeinschaften und ihren Biotopen. Die Streunutzung durch die Bevölkerung im 19. Jahrhundert führte beispielsweise dazu, dass sich Laubwälder nicht mehr verjüngen konnten und das Waldökosystem sich grundlegend veränderte.

Diasporenbank – Gesamtheit der im Boden ruhenden, nicht gekeimten Samen und Sporen. Vor allem die Diasporen vieler Pionierpflanzen sind in der Lage, lange Zeit zu überdauern, ohne ihre Keimfähigkeit zu verlieren.

Dickung – Junger Wald, der so dicht zusammengewachsen ist, dass sich die Äste benachbarter Bäume gegenseitig berühren und die unteren Äste aus Lichtmangel abzusterben beginnen

disjunkt (disjunktes Areal) – Diskontinuierliche Gesamtverbreitung einer Art mit mehreren räumlich getrennten Teilarealen, die so weit von einander entfernt liegen, dass eine Durchmischung der Genpools der dort lebenden Populationen unmöglich ist.

Dispersion – Ausbreitung, Verteilung

Diversität → Biodiversität

dorsiventral → zygomorph

E

edaphisch – Auf den Boden bezogen, bodenbürtig, vom Boden abhängig.

Edellaubbaumarten – Laubbäume, die hochwertiges Nutzholz liefern (Ahorn, Esche, Linde, Ulme, Kirsche u. a.) und deren leicht zersetzliches Laub eine gute Humusbildung fördert.

EG-Artenschutzverordnung – Verordnung (EG) Nr. 338/97 des Rates vom 9. Dezember 1996 über den Schutz von Exemplaren wildlebender Tier- und Pflanzenarten durch Überwachung des Handels; eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:01997R0338-20130810&qid=1414664351140&from=DE

Eingriff – Veränderungen der Gestalt oder Nutzung von Grundflächen, die die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts und das Landschaftsbild erheblich und/oder nachhaltig beeinträchtigen können.

einheimische Arten – Arten, deren natürliches Verbreitungsgebiet (Areal) sich ganz oder teilweise in einem bestimmten Bezugsterritorium befindet oder dieses einschließt. Dabei kann der Bezugsraum ein Staat sein (in Deutschland einheimisch) oder andersartig abgegrenzt werden, entweder ebenfalls politisch-administrativ (z. B. auf ein Bundesland oder die EU bezogen) oder (bio)geografisch (in den Alpen einheimisch).

endemische Art, Endemit – Art oder andere Sippe, deren natürliches Areal auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt ist; wenn dieses räumlich eng begrenzt ist: Lokalendemit.

epigäisch – Keimungsart, bei der die Keimblätter (Kotyledonen) durch die Streckung der Keimachse über die Erdoberfläche gelangen.

Ersatzmaßnahme – Für Eingriffe in Natur und Landschaft besteht gemäß § 13 BNatSchG Ausgleichspflicht. Ersatzmaßnahmen sind notwendig, wenn erhebliche und/oder nachhaltige Beeinträchtigungen nicht ausgleichbar sind, demnach nicht gleichartig kompensiert werden können und sich in der Abwägung dennoch ein Vorrang für das Vorhaben ergibt. Ersatzmaßnahmen dienen der möglichst ähnlichen, zumindest gleichwertigen Kompensation der betroffenen Funktionen von Naturhaushalt und Landschaftsbild. Der räumliche, zeitliche und funktionale Bezug zu den vom Eingriff beeinträchtigten Funktionen ist jedoch gelockert.

eutraphent – An nährstoffreiche Standorte gebundene Pflanze oder Pflanzengesellschaft.

eutroph – Nährstoffreich.

Eutrophierung – Anreicherung von Nährstoffen, die zu Veränderungen in einem Ökosystem oder Teilen davon führt.

euxinisch – Vorkommen in den Küstengebieten rings um das Schwarze Meer einschließlich der Halbinsel Krim im Norden.

F

Fegen – Bei Geweih tragendem Wild (Hirsch, Rehbock) das Reiben mit dem fertig ausgebildeten Geweih an Stämmen und Zweigen, wobei der Bast vom Geweih entfernt wird.

Feldgehölz – Meist unregelmäßig geformte Gehölzfläche, die vorrangig auf landwirtschaftlich schwer nutzbaren Geländeausformungen (z. B. Kuppen, Mulden, Böschungen, Hänge) inselartig in der offenen Landschaft liegt; mit Baum-, Strauch- und Krautschicht, oft am Rand mit Gebüschmantel und Staudensaum.

FFH-Richtlinie – Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie; Kurzbezeichnung für die Richtlinie 92/43 EWG des Rates vom 21.05.1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen. – Informationsquellen: eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:01992L0043-20130701; www.fauna-flora-habitatrichtlinie.de/; www.bfn.de/themen/natura-2000/richtlinien-grundsaetze.html.

Filament – Staubfaden; der untere Teil eines Staubblatts, dem der Staubbeutel (Anthere) ansitzt.

Forsteinrichtung – Periodisch stattfindende Zustandserfassung, Erfolgsprüfung und Planung im Forstbetrieb im Hinblick auf die Waldfunktionen.

Frosttrocknis – Kälteschäden, die dadurch verursacht werden, dass Wasserverluste der oberirdischen Pflanzenteile infolge von Wind und Sonneneinstrahlung bei gefrorenem Boden nicht ersetzt werden können.

Fruchtverband – Frucht, die reif wie eine Einzelfrucht aussieht, aber aus einem ganzen Blütenstand hervorgeht. An der Fruchtbildung sind neben den Fruchtknoten Blütenhülle, Infloreszenzachse und Brakteen beteiligt. Beispiele: Morus, Broussonetia.

Fruktifikation – Ausbildung von Früchten oder Samen bei Pflanzen.

G

Gabelung – Bereich, in dem sich der Holzkörper in zwei oder mehrere Äste bzw. Stämmlinge aufteilt.

Garrigue, Garige – Niedrige und offene Gebüsche im westlichen Mittelmeergebiet, meist lichte Bestände von (teils immergrünen) Klein- und Zwergsträuchern, durchsetzt mit Stauden und Gräsern, Degradationsstadium des mediterranen Hartlaubwalds.

Gesetzlich geschützte Biotope - Teile von Natur und Landschaft, die eine besondere Bedeutung als Biotope haben, werden gesetzlich geschützt. Dazu gehören unter anderem Bruch-, Sumpf- und Auenwälder, Schlucht-, Blockhalden- und Hangschuttwälder, subalpine Lärchen- und Lärchen-Arvenwälder. – Gesetzliche Regelung in § 30 BNatSchG (dejure.org/gesetze/BNatSchG/30.html).

Giftpflanzen – Pflanzen, die für den Menschen ganz oder in Bestandteilen schon in kleinen Mengen giftig sind. – Informationsquellen: a) offizielle Liste giftiger Pflanzenarten des Bundesumweltministeriums (BMU 2000; www.jurion.de/gesetze/giftpflbek/anlage_1/ und www.verbraucherschutzstelle.de/giftige_pflanzen.htm); b) Broschüre „Giftpflanzen – Beschauen, nicht kauen“ (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung 2006, publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/202-023.pdf).

Großschutzgebiete – Sammelbegriff für Biosphärenreservate, Naturparke und Nationalparke; siehe auch → Nationale Naturlandschaften.

H

Habitat – Standort, an dem eine Tier- oder Pflanzenart regelmäßig vorkommt (Lebensstätte).

Halbstrauch – Nur basal verholzte, über 0,5 m hohe Pflanze, deren unverholzte Sprosse im Winter absterben oder abfallen; wenn < 0,5 m hoch → Zwerghalbstrauch.

hemiboreal (= boreonemoral) – Übergangszone zwischen → borealer Nadelwaldzone und → nemoraler Laubwaldzone bzw. die dort vorkommende Vegetation: natürliche Nadel-/Laubmischwälder oder ein Nebeneinander (Mosaik) von Nadel- und Laubwäldern.

Herkunft (Provenienz) – Der Ort, an dem ein Baumbestand oder eine Population von Bäumen (ohne Berücksichtigung der Autochthonie), die bestimmte charakteristische und genetisch fixierte Eigenschaften aufweisen, wächst; wird auch auf deren Vermehrungsgut bezogen.

Herkunftsgebiet – Gebiet oder die Gesamtheit von Gebieten mit annähernd einheitlichen ökologischen Bedingungen, in denen sich Erntebestände oder Saatgutquellen einer bestimmten Art oder Unterart befinden, die unter Berücksichtigung der Höhenlage ähnliche phänotypische oder genetische Merkmale aufweisen (Forstvermehrungsgutgesetz).  

herzynisch – Vorkommen in den ostdeutschen bis -mitteleuropäischen Mittelgebirgen Harz, Thüringer Wald bis Böhmerwald, Erzgebirge, Sudeten, Böhmisch-mährische Höhe und ihren Vorländern.

Hochblätter (Brakteen) – Im obersten, blütentragenden Teil des Sprosses, oberhalb der Laubblätter, stehende reduzierte oder vergrößerte oder anders (z. B. durch auffällige Färbung) von den Laubblättern abweichende Blattorgane.

Hochwald – Ein aus natürlicher Ansamung oder Pflanzung hervorgegangener Wald, bei dem die Bäume in relativ langen Umtriebszeiten bewirtschaftet und meist erst im voll erwachsenen Zustand genutzt werden. Man unterscheidet den schlagweisen und den schlagfreien Hochwald.

Höhenkurve – Funktionaler Bezug von Baumhöhe zu Brusthöhendurchmesser.

Holarktis – Außertropisches, die meridionale bis arktische Zone umfassendes, Gebiet der Nordhalbkugel.

Holz – Dauergewebe, das durch die nach innen gerichtete Zellteilung des Kambiums entsteht. Es werden → Kernholz, → Reaktionsholz, → Splintholz, → Wundholz unterschieden.

Hutung – Nicht eingezäunte, extensive Weidefläche, auf der Nutztiere gehütet werden. Früher erfolgte dies auch im Wald: Hute-, Hude- oder Weidewald.

Hybridisierung (Bastardierung) – Natürlich vorkommende oder bewusst herbeigeführte Kreuzungen zwischen zwei Arten oder intraspezifischen Sippen.

hypogäisch – Keimungsart, bei der die Keimachse kurz bleibt, so dass die Keimblätter (in der Samenschale) unter der Erdoberfläche verbleiben.

hyrkanisch – Vorkommen in den küstennahen Gebieten südlich und südwestlich des Kaspischen Meers.

I

iberisch – Vorkommen auf der Iberischen Halbinsel (Spanien, Portugal).

illyrisch – Vorkommen im Berg- und Hügelland des nordwestlichen Teils der Balkanhalbinsel zwischen Drau und Morava, einschließlich Dinarischem Gebirge.

Immission – Stoffeintrag, meist bezogen auf den Eintrag von Schad- und Nährstoffen über die Luft (Luftverunreinigungen).

infraspezifisch, intraspezifisch – Innerartlich, bezogen auf genetische Variationen innerhalb einer Art, meist auf die Pflanzensippen Unterart, Varietät, Form und Cultivar.

Internodien – Stängelteil zwischen zwei Nodien bzw. Knoten.

invasive Art – Gebietsfremde, sich ausbreitende und etablierende Art, die unerwünschte ökologische (oder auch gesundheitliche und ökonomische) Auswirkungen hat. – Rechtsgrundlagen: EU-Verordnung Nr. 1143/2014 vom 22. Oktober 2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten (eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32014R1143&from=EN); dazu Durchführungsverordnung 2016/1141 vom 13. Juli 2016 (eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32016R1141&from=EN), diese Verordnung wurde 2017 erweitert. Weitere Informationsquellen: a) Global Invasive Species Database (www.issg.org/database), Delivering Alien Invasive Species Inventories for Europe (www.aliens-europe.org), b) Neobiota.de – Gebietsfremde und invasive Arten in Deutschland (neobiota.bfn.de/, Unionsliste: https://neobiota.bfn.de/unionsliste.html), Die invasieven gebietsfremden Arten der Unionsliste – Erste Fortschreibung 2017: (https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/service/Dokumente/skripten/Skript471.pdf), c) Schwarze Liste Schweiz (www.infoflora.ch/de/neophyten/listen-und-infobl%C3%A4tter.html).

IUCN – Ursprünglich International Union for Nature and Natural Resources, zeitweise World Conservation Union, heute International Union for Conservation of Nature (www.iucn.org/); Internationale Naturschutzunion.

IUCN Red List – The IUCN Redlist of Threatened Species (www.iucnredlist.org/); → Rote Liste (siehe dort) der Internationalen Naturschutzunion.

J

Jahreszeitenklima – Klima der Klimazonen, in denen sich im Jahreslauf warme und kalte Jahreszeiten deutlich unterscheiden. Die Schwankungen der mittleren Monatstemperaturen innerhalb eines Jahres sind höher als die Schwankung zwischen Tageshöchstwert und nächtlichem Tiefstwert eines Tages. Gegensatz: Tageszeitenklima der Tropen.

K

Kambium – Wachstumszellen bzw. Wachstumsschicht in einer Pflanze. Bei Bäumen bildet das Kambium jedes Jahr nach außen neue Rinden- und nach innen neue Holzzellen. Dadurch entsteht ein sog. Jahresring.

Kernholz – Holzkörper aus inaktiven Zellen mit Bedeutung für die auftretenden dauerhaften (statischen) Kräfte, welche auf den Baum einwirken bzw. von diesem ausgehen.

kolchisch – Vorkommen in der Kolchis (niederschlagsreiches, wintermildes Gebiete am Ostrand des Schwarzen Meeres, Westgeorgien und angrenzende Gebiete von Russland und der Türkei).

kollin – Hügellandstufe (Obergrenze in der temperaten Zone ca. 400 m).

Kronenansatz – Umschreibt den Bereich der untersten Astansätze des Baumes am Stamm bzw. dessen Stämmlingen.

Kronenschirmfläche – Umschreibt den Bereich, der von der Baumkrone überdeckt wird.

Kronentraufe – Stellt die äußere Begrenzung der sichtbaren Kronenschirmfläche dar.

Kulturlandschaft – Aufgrund der Nutzung durch den Menschen in historischer Zeit entstandene und durch Landnutzungen bis heute geprägte Landschaft mit überwiegend anthropogenen Ökosystemen (im Gegensatz zur Naturlandschaft).

L

Landschaftsbild – Die äußere, sinnlich wahrnehmbare Erscheinungsform von Natur und Landschaft. Das Landschaftsbild wird durch die Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaftselemente geprägt.

Landschaftsschutzgebiet – Gebietskategorie des Naturschutzrechts, bei der das Landschaftsbild und die Erholungsnutzung eine besondere Rolle spielen; bundesrechtliche Regelung in § 26 des BNatSchG (dejure.org/gesetze/BNatSchG/26.html).

Lentizellen – Dem Gasaustausch dienende Öffnungen in der Rinde einer Sprossachse, äußerlich als erhabene Korkwarzen sichtbar.

Liane – Kletterpflanze, die einer Stütze bedarf, um in die Höhe zu wachsen. Man unterscheidet windende, rankende oder mit Hilfe von Haftwurzeln kletternde Lianen.

Lichtbaumart – Baumart, die zum Gedeihen viel Sonnenlicht benötigt. Lichtbaumarten besitzen ein rasches Wachstum in der Jugend, das aber mit zunehmendem Alter deutlich nachlässt (z. B. Eiche, Kiefer, Lärche, Birke).

lusitanisch – Vorkommen im westlichen Teil der Iberischen Halbinsel (entspricht etwa dem heutigen Portugal).

M

Macchie – Mediterranes Hartlaubgebüsch mit überwiegend immergrünen Kleinbäumen und Sträuchern (bis etwa 6 m hoch), meist Degradationsstadium des Hartlaubwalds.

Mast – Das Fruchten der Waldbäume. Ursprünglich nur auf Buche und Eiche bezogen, da Bucheckern und Eicheln durch Vieheintrieb genutzt wurden.

mediterran – Vorkommen in meridionaler Zone des Mittelmeergebietes (siehe auch → meridional).

meridional Südliche, warme Zone der Nordhalbkugel bzw. die dort vorkommende Flora und Vegetation: immergrüne Hartlaub- und Lorbeerwälder, im kontinentalen Bereich Wüsten und Halbwüsten; entsprechende Zone im Mittelmeergebiet = → mediterran.

Mesokarp – Mittlere Schicht der Fruchtwand, wenn diese eine Dreigliederung aufweist.

Mesophyten – Pflanzen frischer bis mäßig feuchter, mittlerer Standorte (ohne xero- und hygrophytische Merkmale).

mesotraphent – Pflanzen bzw. Pflanzengesellschaften, die Standorte mittlerer Nährstoff- und Basenversorgung besiedeln.

mesotroph – Bezeichnung für Gewässer und Böden mit mittlerer Nährstoff- und Basenversorgung.

Mittelwald – In Deutschland historische Waldbewirtschaftungsform (Ende des 19. Jahrhunderts), in anderen Ländern (z. B. Frankreich, Italien) bis heute üblich. Der Mittelwald besteht aus zwei Bestandsschichten, dem Unterholz, das wie Niederwald aus Stockausschlägen erwächst und regelmäßig zur Brennholzgewinnung genutzt wird, und dem darüber stehenden Oberholz in Form großer und breitkroniger Bäume, die der Nutzholzgewinnung dienen.

Monitoring – Langfristige, regelmäßig wiederholte und zielgerichtete Erhebungen von abiotischen und/oder abiotischen Faktoren oder Kompartimenten im Sinne einer Dauerbeobachtung mit Aussagen zu Zustand und Veränderungen von Natur und Landschaft.

monotypisch – Pflanzengattung, die nur eine einzige Art aufweist.

montan – Bergwaldstufe bzw. die dort vorkommende Flora und Vegetation, auch weiter untergliedert in submontan (oberhalb kolliner Stufe), montan (im engeren Sinne) und hochmontan (oberhalb anschließend subalpin). Die Obergrenze variiert mit der geografischen Breite, sie liegt in Mitteleuropa zwischen ca. 1000 m (Harz) und 1400–1800 m (Alpen).

Mortalität – Anzahl abgestorbener Bäume je Zeit- und Flächeneinheit.

N

Nanophanerophyt – Strauch oder Strauchbaum, meist zwischen 0,5 und 5 (bis 8) m hoch wachsend.

Nationale Naturlandschaften – Dachmarke der Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservate in Deutschland. Gemeinsames Ziel der Nationalen Naturlandschaften ist es, die schönsten Natur- und Kulturlandschaften Deutschlands zu schützen, zu bewahren und für Besucher erlebbar zu machen. – Informationsquelle: www.nationale-naturlandschaften.de/.

Nationalparke – Großschutzgebiete höchster Schutzkategorie, die auf dem überwiegenden Teil der Fläche (nach IUCN mindestens 75 %) dem → Prozessschutz dienen, aber auch für den Tourismus zu erschließen sind; bundesrechtliche Regelung in § 24 BNatSchG (dejure.org/gesetze/BNatSchG/24.html) – Informationsquellen: www.bfn.de/themen/gebietsschutz-grossschutzgebiete/nationalparke.html; www.nationale-naturlandschaften.de/nationalparks/wissensbeitraege/.

Natura 2000 – EU-weites Schutzgebietssystem als Umsetzung der FFH- und Vogelschutzrichtlinie. – Regelungen im BNatSchG: Kapitel 4, Abschnitt 2, § 31–36 (dejure.org/gesetze/BNatSchG/31.html). – Informationsquellen: www.bmub.bund.de/themen/natur-biologische-vielfalt-arten/naturschutz-biologische-vielfalt/gebietsschutz-und-vernetzung/natura-2000/; www.bfn.de/themen/natura-2000.html.

Naturdenkmal – Rechtsverbindlich festgesetzte Einzelschöpfungen der Natur oder entsprechende Flächen bis zu fünf Hektar, deren besonderer Schutz erforderlich ist; bundesrechtliche Regelung in § 28 BNatSchG (dejure.org/gesetze/BNatSchG/28.html).

natürlich – Vom Menschen, abgesehen von indirekten Einflüssen, unverändert bzw. nach langzeitig eigendynamischer Entwicklung wieder in einem durch Selbstregulation gekennzeichneten Zustand; in Mitteleuropa nicht oder kaum mehr mit dem ursprünglichem Zustand übereinstimmend.

Natürliche Altersstufen (Forstwirtschaft) – Entwicklungszustand (Lebensphase) eines Bestands: Jungwuchs (Verjüngung bis durchschnittlich 2 cm Höhe), Jungbestand (über 2 m Höhe bis zum Erreichen der Derbholzstärke von 7 cm BHD), Stangenholz (Bestände oberhalb der Derbholzstärke von 7 cm BHD bis zum Erreichen eines mittleren BHD von 14 cm), Baumholz (Bestände mit einem mittleren BHD > 14 cm); bei Baumholz werden Geringes (mittlerer BHD 15–37 cm), Mittleres (mittlerer BHD 38–50 cm) und Starkes (mittlerer BHD > 50 cm) Baumholz unterschieden

naturnah – Ohne direkte menschliche Einflussnahme entstanden und vom Menschen nicht wesentlich verändert, dem natürlichen Zustand nahe kommend.

Naturnähe – Grad der Übereinstimmung zwischen dem aktuellen Zustand und einem vom Menschen unbeeinflussten Zustand, wobei zu unterscheiden ist, ob der Gradmesser die Abweichung vom ursprünglichen, vom Menschen unbeeinflussten Zustand oder die Abweichung von einem durch Selbstregulation geprägtem Zustand auf Basis des aktuellen Standortspotenzials ist.

Naturparke – Großflächige Schutzgebiete, die überwiegend der Erholung dienen; sie bewahren und entwickeln Landschaft und Natur, unterstützen einen naturverträglichen Tourismus und fördern eine nachhaltige Regionalentwicklung; bundesrechtliche Regelung in § 27 BNatSchG (dejure.org/gesetze/BNatSchG/27.html); Karte der Naturparks in Deutschland: www.nationale-naturlandschaften.de/naturparks/.

Naturschutzgebiete – Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft in ihrer Ganzheit oder in einzelnen Teilen erfolgt, v. a. um Lebensstätten, Biotope oder Lebensgemeinschaften bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten zu erhalten, zu entwickeln oder wiederherzustellen; bundesrechtliche Regelung in § 23 BNatSchG (dejure.org/gesetze/BNatSchG/23.html).

Naturwald – Ohne Eingriffe des Menschen entstandener oder nach langzeitig eigendynamischer Entwicklung wieder durch Selbstregulation gekennzeichneter Wald.

nemoral – Typisch- und warm-gemäßigte Zone (temperate und submeridionale Zone) bzw. die in ihr vorkommende Flora und Vegetation: sommergrüne Breitlaubwälder.

Neophyt – Pflanze, die nach 1492 durch den Menschen in ein Gebiet außerhalb ihres natürlichen Areals gelangt ist, entweder bewusst eingeführt, unbeabsichtigt eingeschleppt oder zugewandert. Gepflanzte Arten können aus Kultur verwildern und sich einbürgern (etablieren).

nichteinheimische Arten – In einem bestimmten Bezugsterritorium nicht natürlich vorkommende Arten, d. h., das natürliche Verbreitungsgebiet liegt außerhalb des Landes (fremdländisch) oder eines andersartig abgegrenzten Gebiets (gebietsfremd). Sie gelangten erst durch den Menschen in den Bezugsraum, entweder absichtlich (z. B. durch Anpflanzung, der Verwilderung und Einbürgerung folgen können) oder unbeabsichtigt (z. B. Einschleppung).

Niederwald – Historische Waldbewirtschaftungsform; der Wald erneuert sich immer wieder von selbst aus Stockausschlägen der abgeernteten Bäume; er wird in relativ kurzen Zeitabständen (20–40 Jahre), meist zur Brennholzgewinnung, und überwiegend flächig abgeholzt. Nicht identisch, aber ebenfalls durch Stockausschläge sich verjüngend, sind die heutigen Kurzumtriebsplantagen.

O

Oberstand – Bestandsschicht, die maßgeblich das Kronendach bildet.

offizinell – Arzneilich, als Arzneimittel anerkannt.

oligotroph – Nährstoff- und basenarme Böden oder Gewässer.

ozeanisch – Bezeichnung für maritimes Klima, das überwiegend von feuchten, vom Meer herangeführten Luftmassen bestimmt wird; meist wintermild und durch geringere Temperaturschwankungen im Jahresverlauf gekennzeichnet.

P

pannonisch – Vorkommen im Pannonischen Becken, das die überwiegend ungarischen Tiefebenen zwischen Balaton und Karpaten umfasst.

Perianth – Blütenhülle. Sie kann aus gleichartigen Blütenhüllblättern aufgebaut sein (Perigon) oder aus deutlich verschiedenen Kelch- und Kronblättern (doppelte Blütenhülle). Die Blütenhülle kann auch fehlen (nackte Blüten; z. B. bei Eschen und Weiden).

persistierend – Für über den Blühprozess hinaus stehen bleibende Teile der Blüte, z. B. Staubblätter oder Kelchblätter, gebraucht.

pfriemlich – Gestalt der Blattspreite: sehr schmal und starr, am Grund am breitesten, nach vorn allmählich verschmälert und in feine Spitze auslaufend.

Phanerophyten – Holzgewächse oder Gehölze mit meist über 0,5 m über dem Boden befindlichen Überdauerungsknospen: Bäume (Makrophanerophyt), Sträucher (Nanophanerophyten), Lianen.

Pharmakopöe – Amtliches Arzneibuch.

Phytomasse – Biomasse der lebenden Pflanzen.

Pionierarten – Erstbesiedler, die neu entstandene Lebensräume besiedeln und die dort vorherrschenden Extrembedingungen tolerieren können.

Pioniergehölz – Gehölz, das sich auf vegetationsfreien bzw. nur von krautigen Pflanzen bedeckten Flächen, z. B. Flussschotter, Sanddünen, Rodungs- oder Brandflächen, ansiedelt; meist lichtbedürftig, von geringer Schattentoleranz, konkurrenzschwach.

planar – Tieflandstufe, Vorkommen in Tiefebenen unter oder wenig über Meeresniveau bis in niedrige Hügelbereiche des Tieflands (bis ca. 200 m).

Plenterwald – Betriebsform des Hochwalds, bei der als Folge einer gezielten Einzelbaumentnahme kleinflächig alle Baumarten, Schichten, Alters- und Entwicklungsstufen gemischt vorkommen. Dabei ergeben sich variable Licht-, Wärme- und Wasserverhältnisse. Plenterwälder sind struktur- und artenreich, erscheinen naturnah, aber können als eine vom Menschen geprägte Bewirtschaftungsform nur durch Nutzung oder Pflegemaßnahmen erhalten werden.

PNV – Die potenzielle natürliche Vegetation ist die Vegetation (in Deutschland überwiegend Waldgesellschaft), die sich aufgrund des heutigen Standortpotenzials von selbst einstellen würde, wenn jegliches menschliches Handeln unterbliebe. Es ist ein gedachter Zustand, bei dem die Schlusswaldgesellschaft auf den aktuellen Standort projiziert wird, wobei die Veränderung des Standorts in der Vergangenheit als gegeben hingenommen wird.

Podsolierung – Auswaschung von organischen Substanzen und Eisenhydroxiden durch Sickerwasser vom humosen Oberboden in tiefere Bodenhorizonte.

polygam – Vielehig; Pflanze, die neben zwittrigen auch eingeschlechtige Blüten hervorbringt, z. B. Esche.

pontisch – Vorkommen nördlich des Schwarzen Meeres (südost- und osteuropäische Steppenzone zwischen Unterer Donau und Kaspischer Senke).

Population – Gesamtheit der Individuen einer Art oder infraspezifischen Sippe in einem geografisch begrenzten Verbreitungsgebiet, wobei die Einzelindividuen unbegrenzt fortpflanzungsfähig sind.

postfloral – Blütenstadium nach dem Ende des Blühprozesses (Anthese).

Provenienz → Herkunft

Prozessschutz – Sicherung einer eigendynamischen Entwicklung durch Selbstregulation ohne direkte menschliche Einflussnahme.

Prozessschutzflächen – Waldflächen, auf denen natürliche Prozesse ohne menschliche Eingriffe ablaufen können (z. B. in Totalreservaten, Naturwaldreservaten, Kernzonen von Nationalparks und Biosphärenreservaten).

Pufferzone – Gebiet, das entweder ein Schutzgebiet oder innerhalb von Schutzgebieten Kernzonen mit Prozessschutzflächen umschließt, um es vor externen Einflüssen zu schützen.

R

Reaktionsholz – Umschreibt eine verstärkte Holzanlagerung aufgrund dauernder oder dynamischer Belastung im Stamm bzw. den Ästen zu deren Verstärkung.

Reinbestand – Waldbestand, der aus nur einer Baumart besteht oder in dem die sonstigen darin vorkommenden Baumarten zusammen mit weniger als 10 % der Bestandsgrundfläche vertreten sind.

Relikt Ehemals weiter verbreitete Art mit isolierten Vorkommen, die Restareale eines unter früheren Klimaperioden ausgedehnteren Verbreitungsgebiets darstellen.

Reliktvorkommen – Isoliertes Vorkommen einer Sippe oder Pflanzengesellschaft, von dem angenommen wird, dass es unter den Bedingungen einer früheren Klimaperiode entstanden ist und deren Verbreitungsgebiet sich deutlich verkleinert hat.

Reproduktion – Fortpflanzung, generative oder vegetative Vermehrung.

Rote Liste – Verzeichnis ausgestorbener, verschollener und gefährdeter Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, Pflanzengesellschaften sowie Biotoptypen und Biotopkomplexe. – Informationsquellen: a) Deutschland: www.bfn.de/themen/rote-liste.html; b) international: IUCN Red List of Threatend Species, www.iucnredlist.org/).

rural – Ländlich, bäuerlich.

S

sarmatisch – Vorkommen östlich der Weichsel bis zum Ural zwischen dem 50. und 60. Breitengrad.

Schälen – Abbeißen oder Abnagen von noch nicht zu stark verborkter Baumrinde als Teil der Nahrungsaufnahme von Schalenwild.

Schattbaumart – Baumart, die vor allem in der Jugend viel Schatten erträgt und dabei wachsen kann; hat ein langsames, über lange Zeit anhaltendes Höhenwachstum (z. B. Buche, Weiß-Tanne, Eibe).

Schichtung – Vertikale Struktur des Walds, mit Baum-, Strauch-, Kraut- und Moosschichten. In der Forstwirtschaft wird zwischen → Oberstand (Bestandsschicht, die maßgeblich das Kronendach bildet) und → Unterstand (aus Baumarten gebildete Schicht, deren Höhe maximal zwei Drittel der Höhe des Oberstands erreicht) unterschieden. → Überhälter (wenige alte Bäume oder einer geringer Altholzschirm, meist aus der vorangegangenen Waldgeneration) können den Oberstand überragen.

Schirmschlag – Form des Holzeinschlags, bei dem der Altbestand des Walds durch Entnahme einzelner Bäume aufgelichtet wird, um Naturverjüngung zu erleichtern. Je nach Lichtbedürfnis der Arten muss schwächer oder stärker aufgelichtet werden. Die Jungpflanzen wachsen unter dem Schutz der verbleibenden Bäume, die sukzessive entfernt werden.

Sekundärkrone – Nach traumatischen Ereignissen (Schnitt, Sturm, durch das Umfeld bedingt) sich neu bildende Krone des Baumes.

semiarid – Bezeichnung für ein Klima bzw. entsprechendes Gebiet (Trockengebiet), in dem die mögliche jährliche Verdunstung die Jahresniederschläge im Durchschnitt des Jahres übersteigt, aber in einigen Monaten kann (im Gegensatz zu arid) die Niederschlagsmenge höher als die Verdunstung sein.

Spalierstrauch – Niedrigwüchsiges Gehölz mit dem Boden aufliegenden oder kriechenden Sprossachsen, vor allem in der alpinen Stufe, der arktischen Zone und auf xerothermen Standorten vorkommend.

Splintholz – Unmittelbar an das Kambium innen anschließendes Holzgewebe, i. d. R. im äußeren Bereich mit Leitgewebe und Speicherfunktion für Reservestoffe. Das Splintholz ist bedeutsam für auf den Baum einwirkende dynamische sowie dauerhafte Kräfte.

Sprengmast – Schüttere Samenproduktion, an der nur wenige Waldbäume beteiligt sind.

Staminodien – Sterile Staubblätter, die keine funktionstüchtigen Staubbeutel (Antheren) aufweisen.

Stamm – Oberirdische(r) Holzkörper, welche(r) Wurzeln und Kronenansatz miteinander verbindet/verbinden. Bäume können ein- oder mehrstämmig sein, ein mehrstämmiger Baum entsteht immer aus einem gemeinsamen Wurzelstock. Gabelt sich ein Baumstamm oberhalb von 0,5 m über dem Wurzelstock, so spricht man dessen Einzelstämme als Stämmlinge an.

Stammkopf – Umschreibt den Bereich des Stammes, an dem dieser sich in mehrere Bestandteile, zumeist Stämmlinge, aufgliedert.

Stämmling – Umschreibt einen aus dem Stammkopf heraus zumeist aufrecht wachsend und den Stamm verlängernden tragenden Starkast, welcher zusammen mit anderen gleichartigen Ästen im weiteren Verlauf die Baumkrone ausbildet (siehe auch Stamm und Stammkopf).

Standort – Vieldeutiger Begriff, hier der Standort einer Pflanze oder eines Bestands als die Gesamtheit der Umwelteinflüsse, die insbesondere durch Klima, Boden und Geländeausformung bedingt sind, umfassend.

Stockausschläge –  Fällung oder Bruch aus und neben dem Stammfuß austreibende Sprosse.

stratifizieren, Stratifikation – Einbettung von Gehölzsamen bei bestimmten Temperaturen in feuchtem Sand oder anderem Material bis zur Aussaat bzw. Keimung, um ein Austrocknen zu vermeiden und den Zeitraum bis zur Keimung zu überbrücken.

Struktur – Innere Gliederung eines Systems bzw. die Anordnung und Verknüpfung der Elemente eines Systems.

subalpin – Höhenstufe in Hochgebirgen (auch Krummholz- oder Kampfwaldstufe) zwischen der obersten geschlossenen Waldstufe und der baumfreien → alpinen Stufe bzw. die dort vorkommende Flora und Vegetation: Übergangsbereich mit sich auflockernden, lichten Wäldern, Gebüschen (Krummholz).

subarktisch – Übergangszone zwischen der → borealen Waldzone und der → arktischen Zone bzw. deren Flora und Vegetation: Der geschlossene Wald löst sich in Baumgruppen und Einzelbäume auf (Waldtundra) und geht in die Strauchtundra über.

submediterran – Vorkommen in den Gebieten bzw. Übergangsbereichen zwischen mediterraner und temperater Zone, vorwiegend in der → submeridionalen Zone.

submeridional – Warmgemäßigte Zone der Nordhalbkugel bzw. die dort vorkommende Flora und Vegetation: Trockenwälder, Waldsteppe und Steppe; im Mittelmeergebiet = → submediterran.

submontan – Unterste Höhenstufe der Mittelgebirge und Hochgebirge sowie obere Lagen im niedrigen Bergland; untere → montane Stufe  = Übergangsbereich zwischen kolliner und montaner Höhenstufe (in Mitteleuropa etwa zwischen 300 und 500/600 m) bzw. die dort vorkommende Flora und Vegetation.

Subspecies, subsp., ssp. – Unterart; intraspezifische Sippe, die nächstniedrige taxonomische Rangstufe unterhalb der Art.

Sukzession – Zeitliche Aufeinanderfolge von Arten bzw. Lebensgemeinschaften bei der Entwicklung eines Biotops; für die Waldvegetation siehe → Sukzessionsstadien.

Sukzessionsstadien – Floristisch, vegetationskundlich und ökologisch deutlich abgesetzte Abschnitte der Entwicklung von einer gewissen Dauer. Gliederung in Initialstadien, Pionier-/Vorwaldstadien, Übergangswaldstadien und Schlusswaldstadien.

T

temperat – (Typisch) gemäßigte Zone der Nordhalbkugel, gekennzeichnet durch sommergrüne Laubwälder (siehe auch nemoral).

Tepalen – Gleichgestaltete Glieder der Blütenhülle (Perigon), das heißt, keine Differenzierung in Kelch- und Kronblätter.

Totholz – Absterbende und tote stehende und liegende Bäume sowie sich zersetzendes Holzsubstrat. Viele Pflanzen und Tierarten sind auf Totholz angewiesen.

Trophie – Nährstoffausstattung bzw. -gehalt eines Standorts.

Tundra – Baumlose, moos- und flechtenreiche Pflanzenformation mit maximal 3 Monate dauernder Vegetationsperiode auf Permafrostböden der arktischen Zone sowie der Gebirge der benachbarten borealen Zone; nach Süden nehmen Zwergsträucher (Zwergstrauchtundra) und schließlich Sträucher (Strauchtundra) nach Anzahl und Deckung zu.

turgeszent – Prall mit Wasser gefüllte, lebende Pflanzenzelle, Gewebe oder Organe.

U

Übereinkommen über Biologische Vielfalt  → CBD

Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen → CITES

Überhälter – Altbäume aus der vorangegangenen Waldgeneration, den aktuellen Oberstand meist überragend.

ubiquitär – Überall vorkommend, überall vertreten.

Umtriebszeit – Durchschnittlicher Zeitraum, in dem die Bestände einer Baumart in der Regel ihr Erntealter erreicht haben, z. B. Europäische Fichte 100–120 Jahre, Rot-Buche und Wald-Kiefer 140–160 Jahre, Stiel-Eiche 140–250 Jahre, Trauben-Eiche 200–300 Jahre.

UNESCO-Welterbe – Die UNESCO verleiht den Titel Welterbe (Weltkulturerbe und Weltnaturerbe) an Stätten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität weltbedeutend sind und von den Staaten, in denen sie liegen, für den Titel vorgeschlagen werden. Neben dem Wattenmeer sind in Deutschland Buchenwälder geschützt: „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“. – Informationsquelle: www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de/.

Unterstand – Aus Baumarten gebildete, in der Baumhöhe den Oberstand deutlich unterschreitende Bestandsschicht.

Urwald – Wald der ursprünglichen Vegetation bzw. Naturwald ohne anthropogenen Einfluss in Vergangenheit und Gegenwart.

V

Varietas, var. – Varietät; intraspezifische Sippe, taxonomische Rangstufe unterhalb der Unterart.

Vegetationsperiode – In Klimagebieten mit Vegetationszeit und -ruhe (→ Jahreszeitenklima) der Zeitraum, in dem sich die Pflanzen weiterentwickeln, also von der Laubentfaltung oder Blüte bis zur Laubfärbung und dem Laubfall bei sommergrünen Gehölzen; auch Zeit zwischen Beginn und Ende der Tagesmitteltemperatur von 5 °C.

Verbiss – Abbeißen von Pflanzenteilen, besonders von Knospen und Trieben, durch pflanzenfressendes Wild (z. B. Rehwild, Hasen, Kaninchen). Durch Verbiss an wirtschaftlich wertvollen Bäumen entsteht z. T. beträchtlicher Schaden (Investitions- und Zuwachsverluste). Verbiss kann die natürliche Verjüngung der Baumarten beeinträchtigen und zu einer Florenverarmung führen.

Verjüngung – Natürliche oder künstliche Begründung oder Erneuerung von Waldbeständen.

Verjüngungszeitraum – Zeitraum, der zu einer vollständigen Verjüngung des Bestands notwendig ist

Vollmast – Ergiebige Samenschüttung, bei der ein Großteil der Individuen einer Baumart beteiligt ist.

W

Waldsteppe – Subkontinental und submeridional verbreitete Pflanzenformation im Grenzbereich zwischen sommergrünem Laubwald und Steppe, in dem bei zunehmender Temperatur und Niederschlagsarmut der Wald immer mehr inselartig auflockert und in den offenen Bereichen Steppenvegetation ausgebildet ist.

Waldtextur – Räumliches Nebeneinander der Sukzessionsstadien und Entwicklungsphasen eines Walds.

Washingtoner Artenschutzabkommen → CITES

Wasserreiser – Nach veränderten Lichtbedingungen (z. B. Freistellung oder starker Kronendruck) an Stämmen austreibende Triebe.

Wundholz – Aus dem verletzungsbedingten Reaktionsgewebe (Kallus) weiterentwickeltes Holzgewebe.

Wurzelanläufe – Übergangsbereich zwischen Stamm und Wurzelsystem, der durch den Ansatz starker Seitenwurzeln gekennzeichnet ist.

Wurzeln – Unterirdische Organe, die Nährstoffe und Wasser aufnehmen und in die Großteils oberirdischen Pflanzenteile transportieren, Reservestoffe speichern und die Verankerung am Standort ermöglichen. – Nicht nur für die Baumpflege) nach ihrer Stärke klassifiziert werden: Feinstwurzeln (< 1 mm Durchmesser; dazu gehören auch Wurzelhaare), Feinwurzeln (Durchmesser 1–5 mm), Schwachwurzeln (Durchmesser 5–20 mm), Grobwurzeln (Durchmesser 20–50 mm), Starkwurzeln (Durchmesser > 50 mm).

Wurzelsaum – Umschreibt das die Kronentraufe umsäumende häufig dichte Geflecht von Feinst- bis Schwachwurzeln im Boden, die abtropfendes Wasser sowie außerhalb der  Kronenschirmfläche im Boden verfügbares Wasser und Nährstoffe erschließen und aufnehmen. Der Wurzelsaum kann mehrere Meter über die Kronentraufe hinausreichen.

X

Xerophyt – An Trockenheit bzw. zeitweiligen oder dauernden Wassermangel angepasste Pflanze, meist mit besonderen morphologischen und physiologischen Anpassungen.

xerotherm – Trocken (zeitweiliger oder dauernder Wassermangel), bezogen auf Standorte und ihre Vegetation.

Xylobionten – Direkt oder indirekt von Holz oder im Holz lebenden Pilzen lebende Organismen (betrifft vor allem Totholzbewohner).

Z

zirkumpolar – Auf der Nordhalbkugel rings um den gesamten Erdball verbreitet, bezieht sich oft auf Arten der → arktischen und → borealen Zone, kann aber auch weitere Zonen umfassen (zirkumterrestrisch).

Zoochorie – Samenverbreitung durch Tiere (aktive Aufnahme durch Verzehr von Früchten, passive durch Transport im Fell).

Zuwachsbohrung – Verfahren zur Messung des Zuwachses von Bäumen anhand von Jahrringbreiten.

Zwerghalbstrauch – Nur basal verholzte, bis 0,5 m hohe Pflanze, deren unverholzte Sprosse im Winter meist absterben oder abfallen.

Zwergstrauch – Niedrigwüchsige, aufrechte od. niederliegende und aufstrebende, bis 0,5 m hohe Pflanze mit verholzten Sprossachsen.

Zwiesel – In der Regel steil ausgeprägte Aufteilung in häufig gleich starke Stämmlinge oder Äste im Baum (siehe auch Gabelung).

zygomorph (dorsiventral) – Blüte mit nur einer Symmetrieebene, die sie in zwei spiegelgleiche Hälften teilt, z. B. Blüten der Lippen- und Schmetterlingsblütengewächse.