4. Nationalerbebaum steht fest

Die Corona-Krise hatte etwas dagegen: die für den 2. Mai 2020 geplante und vorbereitete Ausrufung des 4. Nationalerbebaumes in Nagel bei Küps im oberfränkischen Frankenwald im Landkreis Kronach musste abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Dies aber, so bedauerlich es ist, hat der Stiel-Eiche (Quercus robur) nicht weiter geschadet, sie hat es vermutlich gar nicht richtig bemerkt. Immerhin steht sie seit ungefähr 600 Jahren an dieser Stelle, stolz und mächtig, als eine der wenigen übrig gebliebenen Eichen, die diesen Standort eines alt-germanischen Thingplatzes umrahmten. Ganz in der Nähe führte eine alte Heer- und Handelsstraße vorbei, die Berlin mit München verband.

Der Baum steht an einem Steilhang, die ausgeprägten Wurzeln führen weit vom Baum weg. Der lange und gerade Stamm reicht ca. 15 m hoch, wenn von der Hangunterseite her bzw. 12 m hoch, wenn hangoberseits gemessen wird, bevor die Verzweigung der ungefähr 25 m breiten und bis in ca. 27 m Höhe reichenden Krone beginnt. 

Die Borke der Stiel-Eiche steht bis zu 10 cm brettartig hervor und ihre Rillen reichen bis weit in die Kronenspitze hinein. Der Baum ist als Naturdenkmal ausgewiesen und der Stammumfang in 1,3 m Höhe beträgt 9,7 m - damit ist dieser Baum die achtstärkste Stiel-Eiche Deutschlands und fürwahr ein würdiger Nationalerbebaum. Allerdings ist die Messung aufgrund der sehr steilen Hanglage und der Dicke und Ausbildung der Borke mehr als kompliziert und zeitigt daher voneinander abweichende Ergebnisse.

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